Eine Mühle, die kaum noch zu stoppen ist. Bernhard Schiesser über die Trainerdiskussion beim SKN St. Pölten.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 29. August 2017 (02:50)

Die Trainerdiskussion beim SKN St. Pölten ist voll im Gange. Nach fünf Niederlagen aus sechs Ligaspielen und dem Cup-Aus gegen Regionalligist Klagenfurt ist das nicht weiter verwunderlich und im Profifußball üblich. Jochen Fallmann ist angezählt.

Völlig unerheblich, dass der Fehlstart aufgrund der viel zu späten Fertigstellung des Kaders zu befürchten stand, ja fast heraufbeschworen wurde. Interne Kritiker, Medien, unzufriedene Fans, sonstige Nörgler – die Mühle läuft. Und sie mahlt unerbittlich. Völlig unerheblich, dass Fallmann eine der ganz wenigen St. Pöltner Vereinsikonen ist, als Spieler 254 Mal für den SKN auflief und als Trainer die Wölfe 2015 und 2017 vor dem Abstieg rettete – die Mühle läuft. Und sie mahlt unerbittlich.

Das Mühlrad nahm nach der Pleite in Wolfsberg auch deshalb Schwung auf, weil die Vereinsführung nicht mehr mit voller Überzeugung hinter ihrem Trainer steht. In einer solchen Situation gibt es nur zwei fruchtbare Lösungen: Trainer stärken oder ihn sofort verabschieden. Der SKN wählt aber keinen fruchtbaren, sondern den furchtbaren Weg. Er stärkt Fallmann nicht – zumindest nicht zu hundert Prozent – den Rücken und verpasst ihm damit ein Ablaufdatum.