Funktionäre und NÖFV müssen Lehren ziehen. Bernhard Schiesser über die 70 verpatzten Transfers im NÖ-Fußball-Unterhaus.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 15. August 2017 (02:32)

Die Aufregung ist groß: 70 Kicker aus dem NÖ-Unterhaus wollten in der Sommerübertrittszeit den Klub wechseln und dürfen das jetzt nicht. Einige Vereinsfunktionäre stolperten über die Technik, vergaßen auf den entscheidenden Mausklick.

Die schreien jetzt Zeter und Mordio. Der Schaden ist schließlich nicht zu gering. Nicht nur, dass die betreffenden Vereine zumindest bis zur nächsten Transferperiode im Winter auf diese Spieler verzichten müssen, haben sie auch finanzielle Vereinbarungen zu erfüllen. Ob der Transfer zustande kam oder nicht, ist völlig unerheblich – Vertrag ist Vertrag.

Der Verband solle – im Sinne des Fußballs – ein Auge zudrücken, fordern die Betroffenen. So einfach ist das aber nicht. Damit würde der NÖFV (in nächster Instanz der ÖFB) eine Tür öffnen, die er nicht mehr zubekommt. Regeln sind da, um eingehalten zu werden.

Lernen müssen aber nicht nur jene ein, zwei Handvoll Funktionäre ob ihres Malheurs, auch der Verband muss darauf reagieren. Wenn Transfers online abgewickelt werden sollen, dann muss das zugrunde liegende Computerprogramm – salopp ausgedrückt – deppensicher sein. Und das ist es bei 70 verpatzten Transfers ganz sicher nicht.