Hirscher und Karl sind aus demselben Holz. Bernhard Schiesser über die Parallele der beiden Wintersportstars.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 23. Januar 2018 (02:53)

Mitten in der Saisonvorbereitung brach sich Marcel Hirscher den Knöchel. Viele fürchteten ausgerechnet in einem Olympiawinter eine verkorkste Saison des für viele besten Skifahrers aller Zeiten. Doch der Salzburger kam schneller und stärker zurück als gedacht. Die Verletzung schärfte seine Sinne. Das machte die verlorenen Trainingstage mehr als wett. Monate später dominiert er den Weltcup wie nie zuvor.

Snowboarder Benjamin Karl brach sich vor dem ersten Saisonrennen im Dezember den Knöchel und riss sich zwei Bänder. Anstatt die Olympischen Spiele – vielleicht die letzten des 32-Jährigen – in den Wind zu schreiben, sah Karl ein Blitz-Comeback als Challenge. Der Wilhelmsburger stand drei Wochen später beim Heimweltcup in Lackenhof wieder am Start und am Wochenende in Rogla als Dritter und Erster zweimal am Podium.

Ob Hirscher oder Karl im Februar in Südkorea ihren Traum vom Olympiasieg – kaum zu glauben, dass der beiden bei all ihren Erfolgen noch fehlt – verwirklichen, ist freilich nicht gewiss. Seit diesem Winter ist aber klar, dass Hirscher und Karl aus einem ganz speziellen Holz sind. Und zwar aus jenem, aus dem Champions geschnitzt sind.