Ollis Slogan: Energie vernünftig nutzen. Bernhard Schiesser über den Tatendrang des neuen SKN-Trainers Oliver Lederer.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 26. September 2017 (03:00)

Oliver Lederer ist Vollbluttrainer. Mehr als ein halbes Jahr lang war er nach dem Ende seines Engagements bei der Admira zur Untätigkeit verdammt. Seine Akkus sind zum Bersten gefüllt. Wäre Energie flüssig, würde sie ihm bei den Ohren herausspritzen.

Seine Spieler hat er mit seinem Tatendrang angesteckt. Der Auftritt des SKN St. Pölten im NÖ-Derby gegen die Admira gibt trotz magerem Ergebnis Anlass zur Hoffnung. Arbeit bleibt für Lederer mehr als genug. Um den Klassenerhalt ohne die mühseligen Relegationsspiele zu schaffen, braucht’s Daumen mal Pi 36 Punkte. Der SKN hat nach dem ersten Meisterschaftsviertel genau zwei davon. Heißt: Der SKN muss in den drei weiteren Vierteln jeweils elf bis zwölf Punkte holen – die Bilanz eines sehr soliden Mittelständlers.

Das ist möglich, aber eine Mammutaufgabe. Er nennt die sportliche Gesundung der Kampfmannschaft aber lediglich seine dringlichste Aufgabe. Mittelfristig hat er die Entwicklung des Vereins im Auge. Dazu gehört – so wie bei der Admira – eine hauseigene Akademie. Im selben Haus, nämlich im St. Pöltner Sportzentrum NÖ, ist die Talenteschmiede zwar tatsächlich, der NÖ Fußballverband nennt sie aber ihr Eigen.

Das zu ändern kann sich Lederer gerne wünschen. Dafür braucht es aber den nötigen Willen beim SKN und beim Fußballverband. Und viele Gespräche. Führen sollten die gegebenenfalls andere, ansonsten sind die Akkus des neuen SKN-Trainers schneller leer, als sie gefüllt wurden.