Nur mehr Nostalgie. Über Klubs mit Tradition in Troubles.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 12. Juni 2019 (04:20)

Von der Vergangenheit lässt sich’s nicht leben. Schon gar nicht im Fußball. Klubs wie Stockerau, wie Krems, wie Wr. Neustadt prägten die NÖ-Kickerszene über Jahrzehnte. Garantie, dass das in Zukunft so sein muss, ist die ruhmreiche Historie nicht. Wie’s alle drei Klubs bitter miterleben mussten.

Nun „kriselt’s“ gerade beim SV Stockerau. Klubchef Othmar Holzer zieht sich nach zwölf Jahren zurück, hinterlässt – wie alle starken Fußballpersönlichkeiten – ein Vakuum und große Fußstapfen. Noch größer machen diese die verklärten Blicke in die Vergangenheit. Die „Alte Au“ in Stockerau, das Sepp-Doll-Stadion in Krems – Traditionsstätten des heimischen Fußballs, wo man noch immer von Profizeiten, Cupsiegen und Gastspielen auf der europäischen Bühne träumt. Nostalgie pur.

Dass diese Glanzzeiten vorbei sind, wollen sich Fans und Umfeld oftmals nicht eingestehen. Letztlich dreht sich alles ums Geld. Erfolgreichen Fußball gibt’s unterm Strich nur dort zu sehen, wo die Kassa gut gefüllt ist. Und das hängt mehr an einzelnen Mäzenen als an großen Namen. Erwartungshaltung des Umfelds, Selbstverständnis und Skepsis gegenüber „Investoren“ sind oft Hemmschuhe für die Entwicklung. Ganz abgesehen davon, dass in die Traditionsstadien bisweilen jahrzehntelang nichts investiert worden ist. So fährt der Zug ohne die Pioniere ab.

Die Ausnahme ist Wr. Neustadt, wo die neue Heimstätte nun endlich fertig ist. Bittere Ironie: Gerade jetzt kam die Lizenz zum Profikick abhanden.