O tempora, o mores. „Was für Zeiten, was für Sitten!“, beklagte schon Cicero den Wandel der Zeiten.

Von Eva Hinterer. Erstellt am 16. September 2020 (05:00)

Da geht ein Flüchtlingslager mit über 12.000 Menschen in Flammen auf – wohlgemerkt eines, das den Namen „Lager“ gar nicht verdient –, und eines der reichsten Länder der Welt weigert sich, auch nur einen Menschen aus dieser Brandruine aufzunehmen.

Der Außenminister kann das „Geschrei nach Verteilung“ nicht mehr hören, und der Bundeskanzler hat uns ohnehin vor hässlichen Bildern gewarnt. Dem muss man jetzt allerdings kein Geschrei über „Pull-Faktoren“ – in Fachkreisen ohnehin sehr umstritten – entgegensetzen.

Und man muss hässlichen Bildern nicht mit einer noch hässlicheren Moral begegnen.