Ohne Entlastung droht Personalkollaps. Über die wichtigste Ressource im Kampf um Menschenleben, und über neue Solidarität.

Von Norbert Oberndorfer. Erstellt am 18. November 2020 (04:56)

Österreich ist Weltmeister. Mit über 831 Covid-19-Neuinfektionen pro Million Einwohner liegt unser Alpenland laut der Plattform „Our World in Data“ vor Georgien, der Schweiz und Tschechien aktuell an der Weltspitze.

Mit Blick auf NÖ hat sich die Zahl der hospitalisierten Covid-Patienten seit Ende Oktober auf 557 (normal) bzw. 76 (intensiv) mehr als verdoppelt. Eine Aufstockung der Betten sei möglich, aber auch nur begrenzt. 190.000 FFP3-Masken stehen zur Verfügung, weitere Schutzausrüstung sei bestellt, heißt es aus der Landesgesundheitsagentur. Alles gut.

Die Videos des medizinischen Personals in Social Media, mit dem Appell, die Corona-Maßnahmen einzuhalten, zeichnen ein anderes Bild: Sie sind überlastet und nahe am Kollaps. „Ohne Verschnaufpause“ arbeiten sie seit dem März-Lockdown. Mit Zusatzleistungen und Überstunden wurden verschobene Plan-OPs über den Sommer nachgeholt. Jetzt ist die Situation in den Kliniken „dramatisch“.

Die Mitarbeiter der NÖ-Gesundheitseinrichtungen gelangen immer schneller und häufiger an ihre Leistungsgrenzen. Schon melden sich pensionierte Mitarbeiter freiwillig zurück, würden im Ernstfall Dienste übernehmen. Die Schlüsselressource im Covid-Kampf sind nicht die Betten, sondern die Ärzte und Pflegekräfte, die uns nicht ausgehen dürfen.