Ordinationen sind keine Supermärkte. Über ärztliche Bereitschaftsdienste in Niederösterreich.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 11. Februar 2020 (00:59)

Die Arbeit wird nicht weniger. Stress begleitet durch den Tag. Aufgaben abseits der Arbeit werden an Randzeiten verschoben. Einkaufen geht man im Dunkeln. Viele Supermarktketten haben sich mit ihren Öffnungszeiten angepasst und so lange geöffnet wie noch nie. Und wir sind gewohnt, dass wir auch am Abend noch einkaufen können und machen mit. Immerhin stehen wir ja den ganzen Tag unter Druck. Wo sollte da Zeit sein – zum Einkaufen oder auch für den Besuch beim Arzt?

Wir halten es folglich auch für selbstverständlich, dass Ärzte rund um die Uhr für uns da sind. Und: Für dringende Fälle sind sie das auch. Für Probleme aber, die auch noch problemlos am Montag noch zu behandeln oder zu erledigen wären, sind Bereitschaftsdienste nicht vorgesehen. Und auch nicht für Patienten, die eigentlich am Freitag hätten gehen können, bei denen der Gedanke an übervolle Wartezimmer aber stärker war.

Den Druck des Alltags erleben nicht nur wir als Konsumenten und Patienten. Auch für Ärzte wird die Arbeit immer mehr. Mehr Patienten, mehr Bürokratie und weniger Wertschätzung. Auch sie brauchen Erholung. Will man da die Patientenliste unnötig verlängern? Am Wochenende mehr Arbeit als nötig wünscht man für sich selbst ja auch nicht.