Fakten statt Populismus. Gudula Walterskirchen, Herausgeberin der NÖN, über Grenzen der Migration.

Von Gudula Walterskirchen. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:11)

Wie gelingt das Zusammenleben zwischen Migranten und Alteingesessenen? Eine schwierige Frage. Mehrere Meldungen dazu in jüngster Zeit:

  1. Während im Vorjahr in allen anderen EU-Ländern die Zahl der Asylanträge sank, verzeichnete Österreich mitten in der Pandemie um 15 Prozent mehr Anträge als 2019. Tendenz heuer wiederum stark steigend.
  2. Die SPÖ will Einbürgerungen beschleunigen: Bereits nach sechs Jahren legalem Aufenthalt soll man die Staatsbürgerschaft und damit das Wahlrecht erhalten.
  3. Nach dem Raketengefecht in Israel protestierten in Wien Hunderte radikale Islamisten, die die Vernichtung der Juden forderten und verbotene Fahnen der Hisbollah, des IS und den „Wolfsgruß“ zeigten.
  4. Integrationsministerin Susanne Raab legte eine „Islam-Landkarte“ vor.

All diesen Ereignissen ist gemeinsam, dass sie heftige Reaktionen hervorriefen. Fakt ist, dass radikale Kräfte und Fundamentalisten immer mehr an Einfluss gewinnen, sie dominieren mittlerweile die meisten großen Islam-Verbände. Fakt ist, dass sich viele Moscheen und Kulturvereinigungen um ein gutes und friedliches Miteinander bemühen.

Sie wollen nicht politisch vereinnahmt werden, auch nicht aus dem Ausland. Und Fakt ist, dass Österreich nicht einfach alle Ankommenden aufnehmen und zu Staatsbürgern machen kann. Das wissen auch die Grünen, nur sagen sie es nicht. Migration und Asyl dürfen nicht für parteipolitische Interessen benützt werden. Integration ist schon schwierig genug.