Gemeinden im Teufelskreis. Über Fehler, die sich rächen.

Von Gudula Walterskirchen. Erstellt am 30. Dezember 2020 (04:55)

Krisen, so lautet eine alte Weisheit, sind wie ein Brennglas: Sie machen überdeutlich, was schon zuvor schief gelaufen ist. Das kann man auch anhand der aktuellen Wirtschaftskrise in den Gemeinden beobachten.

Jahrzehntelang hat man fleißig Flächen umgewidmet, damit alle Wünsche nach Einfamilienhäusern und Firmenansiedelungen erfüllt werden konnten. Das eine kostete Geld, außer man übersprang willkürliche Einwohnerzahlen, das andere spülte Geld in die stets klammen Kassen.

Die verheerenden Folgen sieht man im ganzen Land. Der nimmersatte Flächenfraß hat die Landschaft zerstört, den Boden versiegelt und das Verkehrsaufkommen enorm erhöht. Gleichzeitig sterben viele Ortszentren in Schönheit. Nur wenigen gelang es, diese lebendig zu erhalten, wie etwa Tulln oder Amstetten.

Nun, durch die Krise, werden Unternehmen schließen oder Standorte reduzieren. Die Lockdowns treiben die Kunden noch stärker in die Arme der Online-Riesen. Die Gemeinden geraten immer mehr in Finanznöte. Dies sollte man zum Anlass nehmen, die Finanzierung der Gemeinden gründlich zu reformieren.

Es ist nicht sinnvoll, dass Länder Geld verteilen, die Gemeinden sich jedoch zum Teil selbst finanzieren müssen. Hier braucht es Kostenwahrheit, und die Gemeinden sollten für ihre stetig wachsenden Aufgaben fair entlohnt werden. Denn ohne deren Leistungen geht es nicht. Und so könnte auch der Flächenfraß beendet werden, wenn nicht mehr an jedem Ortsrand ein Gewerbepark wuchert.

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