Hoffnung aufs Comeback. Über den schmerzhaften Abgang der Briten.

Von Thomas Hofer. Erstellt am 04. Februar 2020 (01:37)

Man kann es positiv sehen: Immerhin hört das elendslange Herumgetue um den Brexit endlich auf. Dass es nun mit dem Ende der britischen Mitgliedschaft in der EU dann wirklich soweit war, ist allerdings ein Schlag in die Magengrube jedes europäisch denkenden Menschen. Nun kann man trotzig sagen, dass sie doch gehen sollen. Aber wer sich dieser Emotion hingibt, ignoriert die Fakten.

Ohne die Briten sind wir ein Stück ärmer – wir Europäer werden weniger bunt, weniger vielfältig, (noch) weniger hörbar im internationalen Konzert und auch weniger finanzkräftig sein. Mit Großbritannien verlässt immerhin die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU die Gemeinschaft. Von der wirtschaftlichen Power her waren die Briten so stark wie die 18 kleinsten Mitgliedsstaaten zusammen.

Seit Brigitte Ederers Versprechen vom (Schilling-)Tausender vor dem EU-Beitritt wissen wir, dass man aufpassen muss, was man in Aussicht stellt. Heute noch findet man Leute, die auf die damalige SPÖ-Staatssekretärin schimpfen. Zu Unrecht übrigens: Denn natürlich hat sich ihr Tausender mehrfach eingestellt, freilich aber hat der Wohlstandszuwachs kein Mascherl.

Und so werden wir auch schwer ermessen können, was uns der Abgang der Briten kostet. Ideell und finanziell aber wird er sich auswirken. Es wird wohl zumindest einen negativen Ederer-(Euro-)Tausender geben. Und man kann nur hoffen, dass nicht allzu viel Zeit vergeht, bis unsere Freunde auf der Insel ihren Fehler einsehen und zurückkehren.