Innere und äußere Grenzen. Die Herausgeberin der NÖN über Lücken in der Luft.

Von Gudula Walterskirchen. Erstellt am 07. April 2021 (03:34)

Ein wenig erinnert die derzeitige Situation ans Mittelalter: Auch damals wurden bei Seuchen die Stadttore geschlossen, Kranke isoliert und Ein- und Ausreisende streng kontrolliert. Und Grenzen zwischen Bundesländern wurden zuletzt in der Nachkriegszeit kontrolliert. Aber es gibt Tore, die nicht so im Fokus stehen. In NÖ sind das die Ostgrenzen mit dem regen Pendlerverkehr und der Flughafen in Schwechat. Letztere „Luftgrenze“ weist große Lücken auf, hier haben die Behörden ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Bereits im Dezember, als es im Vorfeld des Landeverbots von Flügen aus Großbritannien zu einem Ansturm kam, wurde bei der Einreise auf dem Flughafen ungenügend kontrolliert und die Quarantäne kaum überprüft. Nun sind wir wegen der britischen Variante im Lockdown.

Von Schwechat starten nach wie vor Flugzeuge nach Großbritannien und Mallorca, man fliegt 50 bis 80 Destinationen täglich an. 8.000 Passagiere landen täglich. Nun gibt es zwar Auflagen. Aber wie will man bei so vielen Menschen die Quarantäne kontrollieren, wenn man es bei wesentlich weniger schon nicht schafft? Die Quarantäne dauert bei Flugreisenden nur zehn statt 14 Tage, nach fünf Tagen kann man sich freitesten. Einreisende müssen zwar einen aktuellen negativen Test vorweisen. Haben sie den nicht, können sie ihn binnen 24 Stunden „nachreichen“. Und dann gibt es viele Ausnahmen von der Quarantäne. Ständige Schließungen und Absperrungen in unserem Bundesland sind auch deshalb eher nutzlos.