Wo ist der Ausgang?. Politikberater Thomas Hofer über den sinnlosen Showdown in der SPÖ.

Von Thomas Hofer. Erstellt am 21. Juli 2021 (05:48)

Eigentlich wollte die SPÖ einen ruhigen Sommer verbringen und die missliche Lage der Kanzlerpartei richtig genießen. Stattdessen liefern sich die Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner und ihr interner Widersacher, Burgenlands Hans Peter Doskozil, seit Wochen einen unnötigen Showdown.

Da vergleicht Doskozil seine „Chefin“ mit dem glücklosen und schließlich von Sebastian Kurz demontierten Ex-ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner. Rendi-Wagner schlägt härter zurück und erkennt in Doskozil den roten Herbert Kickl. Selbst wolle sie aber nicht den von Kickl gemobbten Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer geben.

Die SP-Chefin, die „ihrem“ Landeshauptmann noch Inkonsequenz und gar Unehrlichkeit attestierte, will nicht weichen. Sie will kämpfen. Das ist in der Politik durchaus eine Qualität. Allerdings muss die Frage erlaubt sein, was die Parteiführung konkret erreichen will. Soll Doskozil, ein zentraler, absolut regierender Landeschef, gehen? Soll er sich mit seiner pannonischen Truppe abspalten und nach bayerischem Vorbild eine härter positionierte Ostfiliale der Partei gründen?

Zu Ende gedacht ist der Zank nicht. Für Rendi-Wagner gibt es keinen zufriedenstellenden Ausgang. In der Wählerschaft nehmen beide Schaden. Die Frage ist, wie lange die Granden in der Partei dem Treiben noch zuschauen. Rendi-Wagner hat ihre Situation nicht verbessert. Möglicherweise braucht es – jedenfalls vor der nächsten Nationalratswahl – eine dritte Persönlichkeit, die inhaltliche Widersprüche in der Partei zu überbrücken und die Schwächephase der ÖVP besser zu nutzen versucht.