Politikersprüche am Aschermittwoch. Anton Johann Fuchs über das lustvolle Beschimpfen der politischen Gegner, das aus dem Aschermittwoch einen Faschingsdienstag macht.

Von Anton Johann Fuchs. Erstellt am 10. März 2014 (23:59)
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Asche aufs eigene Haupt zu streuen ist nicht das Ziel des politischen Aschermittwochs, den der bayrische Polterer Franz Josef Strauß zur Hochblüte führte, und den Jörg Haider vor einem Vierteljahrhundert für die FPÖ nach Österreich importiert hat.

Seither wird auch bei uns stundenlang der politische Gegner beschimpft und verhöhnt. Dass der (ÖVP-Europaparlamentarier) Karas nicht mehr wisse, wo Österreich auf der Landkarte ist, hat zwar schon einen Bart. Für Schenkelklopfen sorgt aber immerhin die Frage, was der Strache tun muss, um Bundeskanzler zu werden: „G’sund bleiben.“

Auch die Wirtschaft kann’s mittlerweile, Christoph Leitl lud an den Neufelder See zum wirtschaftspolitischen Aschermittwoch, wo der Raubzug des Staates am Steuerzahler am Programm stand. Aber wenigstens ist Österreich nicht mehr „abgesandelt“, „bildungsmäßig aber geht’s nach unten“.

Aus der Rolle fällt die Junge ÖVP-NÖ, die an ihrem politischen Aschermittwoch im ÖVP-Parteihaus St. Pölten nicht Fehler bei anderen sucht, sondern sich selber Ziele setzt, in diesem Fall tausend junge Gemeinderäte bei der nächsten Gemeinderatswahl.

Aber vielleicht stimmt’s ja: So viel Asche, wie die heimische Politik fürs eigene Haupt bräuchte, haben wir gar nicht.