200- und 500-Euro-Banknoten: Sind die Scheine unnötig?. Diskutieren Sie mit und schreiben Sie Ihre Meinung zum Thema als Kommentar im Forum: Brauchen wir im Alltag 200- und 500-Euro-Scheine?

Von Heinz Bidner. Erstellt am 29. September 2014 (09:01)
NOEN, Photosebia / Shutterstock.com
NOEN, Wilke
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PRO: Gerlinde Hofer, Österreich-Chefin von BP Europa, Wiener Neudorf

Im Alltag ist es tatsächlich so, dass das Bezahlen mit 200 und 500 Euro-Scheinen kaum praktizierbar ist. Viele Gewerbetreibende und unterschiedliche Branchen nehmen „die großen Scheine“ nicht an und ersuchen ihre Kunden, entweder betragsnahe oder bargeldlos zu zahlen. So wird das auch an BP Tankstellen gehandhabt, da es hier um die Sicherheit für Kunden und Mitarbeiter geht. Es ist eine Maßnahme zur Kriminalitätsvorbeugung – für die Privatperson selbst und auch für die Tankstelle, die nur noch einen geringen Betrag an Wechselgeld bereithält. Damit bietet man kein attraktives Ziel für Raubüberfälle. Kundenseitig stoßen wir mit dieser Regelung weitgehend auf Verständnis, betrifft es doch auch die eigene Sicherheit.

NOEN, OeNB
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KONTRA: Martin Taborsky, Finanzbildung-Gruppenleiter der Österreichischen Nationalbank, Wien

Der Anteil der hohen Banknoten am Banknotenumlauf beträgt stückmäßig 5 Prozent und wertmäßig 35 Prozent. Sie sind sehr wichtig für die Effizienz des Banknotenumlaufs. Da alle Banknoten gesetzliches Zahlungsmittel sind, darf keine grundsätzlich von der Annahme ausgeschlossen werden. Wir empfehlen jedoch, möglichst betragsgenau zu bezahlen. Bei kleinen Geschäften wird niemand erwarten, dass sie auf große Scheine immer herausgeben können. Bei größeren, mit höheren Rechnungsbeträgen und starker Frequenz sehr wohl. Das Argument der Fälschungssicherheit zählt nicht: Die hohen Kategorien werden selten gefälscht, und wenn man einen echten Hunderter identifizieren kann, erkennt man auch einen echten Zweihunderter.