Schönheit will leiden.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 07. Juni 2017 (00:55)

In Salzburg hat eine Frau 30 Kilogramm Cent-Münzen gefunden. Keiner weiß, woher die stammen. Vielleicht ein missglücktes Geburtstagsgeschenk, ein schiefgegangener Hochzeitsbrauch – oder ein italienischer Gruß?

Denn Italien ist auf dem besten Weg, ab 2018 als erstes Euro-Land auf die Ein- und Zweicentmünzen zu verzichten. Bei den Freunden im Süden war nichts anderes zu erwarten. Die lehnten kleine Währungseinheiten immer schon ab. Manche werden sich noch erinnern: Angesichts der äußerst schwachen Lira wurden schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg erst gar keine Centesimi mehr geprägt. Und was ein richtiger Mann war, hatte keine Geldbörse, nur eine Geldspange.

Für die Schonung der Portemonnaies und damit der Handtaschen und Anzüge nehmen die Italiener in Kauf, dass die Preise nun auf den nächsten Fünf-Cent-Betrag aufgerundet werden. Das schadet zwar dem Privatbudget. Aber Schönheit will eben leiden.