Schwammerlgulasch. Thomas Hofer, Politik-Berater, über die Rückkehr von Peter Pilz ins Parlament. Doch sein Image ist beschädigt.

Von Thomas Hofer. Erstellt am 19. Juni 2018 (02:55)

Nach Monaten der Selbstbeschädigung ist es Peter Pilz endlich gelungen, wieder dort aufzuschlagen, wo er die erfolgreichsten Momente seiner Politkarriere erlebt hat: im Parlament. Ob er der bisher langen Liste an sehr bis minder gewichtigen Aufdeckungen noch etwas anfügen kann, sei dahingestellt. Das Betätigungsfeld für den zu Beginn seiner Karriere als „grüner Haider“ apostrophierten Vollblutpolitiker beim Thema Kontrolle ist groß.

Bislang waren die anderen Oppositionsparteien jedenfalls nicht in der Lage, das Vakuum, das durch seinen zwischenzeitlichen Abgang und das Fehlen der grünen Parlamentsfraktion entstanden ist, zu füllen.

Pilz braucht sich aber auch keinen Illusionen hinzugeben: Sein Image ist massiv beschädigt. Die Vorhalte in Richtung sexueller Übergriffe sind, wenn auch nicht strafrechtlich relevant, doch etwas, was für den Rest seiner politischen Laufbahn an ihm haften wird. Und die Zuschreibung Vollblutpolitiker muss man nach den vergangenen Wochen auch schwer hinterfragen. Denn wie die gesamte Liste Pilz mit der Frage der Rückkehr des Parteigründers umgegangen ist, gemahnte an die durchwegs dilettantische Parlamentspräsenz des „Team“ Stronach. Auf ähnliche Weise kochte sich die Liste Pilz selbst ein und fand sich in der Rolle des politischen Schwammerlgulaschs wieder.

Was hier an Basar-Ansätzen auf offener Bühne verhandelt wurde, spottet jeder Beschreibung. Die Grundsätze, für die Pilz und seine Mitstreiter/innen vergangenes Jahr angetreten waren, wurden mehrmals mit Füßen getreten. Der politische Vertrauensindex ist so bei weit unter Null angelangt. Auch mit Hilfe des ehedem mit einem klaren Profil ausgestatteten Pilz scheint ein Wiedereinzug in den Nationalrat aus heutiger Perspektive schwierig. Da müssten Pilz wirklich wieder ein paar nachhaltige Knüller gelingen.

Bisher hat er noch nicht Tritt gefasst. Den Medien die Schuld dafür zu geben, dass mit seinem Namen zuletzt durchgängig Negativ-Schlagzeilen verbunden waren, ist eher ärmlich und nicht professionell. Pilz, der wie kaum jemand auf der medialen Orgel zu spielen versteht, beschwert sich nun über Misstöne? Ein Schritt zur Läuterung ist das nicht.