SKN am Prüfstand. Über die von Hypo und NV initiierte Wirtschaftsprüfung beim SKN St. Pölten.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 18. Februar 2020 (01:36)

Auch wenn SKN St. Pölten-Präsident Helmut Schwarzl die Angelegenheit herunterspielt, unangenehm ist es allemal, wenn zwei der wichtigsten Sponsoren eine externe Wirtschaftsprüfung quasi anordnen. Okay, der SKN hätte sich auch verweigern können – und dann?

Verstehen kann man das Misstrauen bei Hypo und NV in die betriebswirtschaftliche Potenz der handelnden Personen schon ein wenig, wenn man die Hintergründe kennt.

Vor Kurzem stellte sich Generalmanager Andreas Blumauer hin und verkündete nicht ohne Stolz, man habe ein Jahresbudget von 8,7 Millionen Euro und damit den siebentgrößten Etat der Bundesliga zur Verfügung. Er tat das, weil zuletzt öffentlich breitgetreten wurde, dass Hypo und NV ihre Sponsorbeiträge verringerten und auch das Land NÖ über eine Abänderung der Förderrichtlinien weniger zahlt. Mit seinem als starkes Statement gedachten Vorstoß tat sich Blumauer aber eine andere Flanke auf. Weil der SKN nämlich einige Tage später die neu entflammte Diskussion um eine Übernahme der St. Pöltner Akademie mit fehlenden finanziellen Mitteln erstickte, tippten sich manche mit dem Zeigefinger auf ihre Stirn.

Wie kann es sein, dass weit ärmere Klubs sich eine hauseigene Akademie leisten können und dem SKN teilweise auch noch sportlich auf der Nase herum tanzen? Entgegen anders lautender Gerüchten schießt im Fußball im Normalfall schon das Geld die Tore, vorausgesetzt es kommt dort an, wo es hingehört. Hypo und NV schauen jetzt einfach selbst nach. Das kann richtig spannend werden…