Sport-Lobby fällt nicht vom Himmel. Über Möglichkeiten, dem Sport mehr Aufmerksamkeit zu verleihen.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 20. Januar 2021 (05:00)

Eh schon immer, aber besonders, seit die Corona-Pandemie wütet, wird in die Manege geworfen, dass der Sport keine Lobby hätte. Also kurzum: Wenn es ernst wird, dann ist den Entscheidungsträgern so ziemlich alles andere wichtiger als der Sport. Und ja, das vergangene Jahr nährt diese Sichtweise durchaus. Pressekonferenz über künftige Schließungs- oder Öffnungsschritte? Was das für den Sport bedeutete, blieb gerne unerwähnt oder es wurde überhaupt erst später darüber nachgedacht.

Komisch ist das schon. Hunderttausende Österreicher und Österreicherinnen sporteln oder engagieren sich im organisierten Sport. Ganz unwesentlich kann und darf dieses Thema für die Politik also nicht sein.

Ein wenig ist das Problem der fehlenden Lobby halt auch hausgemacht. Nachdem Kabarett-Altmeister Lukas Resetarits im Frühjahr pointiert das Wort erhob und Missstände anprangerte, trat Kultur-Staatssekretärin Ulrike Lunacek zurück.

Und im Sport? Abgesehen davon, dass der gar keinen eigenen Staatssekretär hat, den man hätte zur Schnecke machen können, gäbe es viele „Resetaritse“. Die heißen im Sport halt Krankl, Klammer, Maier, Hirscher oder Alaba. Nur hört man die entweder gar nicht oder zu selten, wenn es darum geht, die Wichtigkeit des Sports zu betonen oder gar Forderungen zu artikulieren. Da braucht‘s eine entsprechende Kampagne. Schon immer, aber jetzt ganz dringend.