Admiras Kreislauf. Über Klassenerhalt und Lebensader des Traditionsklubs.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 21. Mai 2019 (01:56)

Die Admira hat es geschafft. Der Klassenerhalt ist allen Unkenrufen zum Trotz eine Runde vor Meisterschaftsende in trockenen Tüchern.

Für viele waren die Südstädter nicht nur vor, sondern auch lange während der Saison Fixabsteiger. Zugegeben, die Indizienlage dafür war erdrückend. Zahlreiche arrivierte Kicker verließen im Sommer den Traditionsklub. Ihnen folgte nach erwartbar mäßigem Saisonstart im Oktober Kulttrainer Ernst Baumeister. Er war ganz sicher das Gesicht, für viele die Seele, für manche gar das Herz des Vereins.

Nun, Letztere lagen ganz bestimmt falsch. Die Pumpe, die die Admira am Pulsieren hält, hieß nicht Baumeister. Lebensader des Klubs ist die Akademie samt wirtschaftlichem Zwang, die dort ausgebildeten Spieler ständig und in vergleichsweise großer Zahl als Blutauffrischung dem Kreislauf zuzuführen.

Der nächste Aderlass kommt bestimmt. Routinier Stephan Zwierschitz verkündete bereits seinen Abschied, Stürmerjuwel Sasa Kalajdzic oder Mittelfeldspieler Wilhelm Vorsager stehen längst auf den Sommer-Einkaufszetteln finanzkräftigerer Klubs. Und dann beginnt der Admira-Kreislauf eben wieder von vorne …

Nichts also, worüber man sich Sorgen machen müsste. Ist das so? Der Abstiegskampf war in dieser Saison enger als gefühlt. Der Admira-Organismus funktioniert zwar, ist auch stabil, aber eben auch nicht resistent gegen alles. Die Frage, ob er einen Abstieg überleben würde, bleibt unbeantwortet. Gestellt muss sie aber werden.