Am Fleck gerudert. über die Rolle der Fans im Fußball.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 21. Januar 2020 (01:55)

Die Fußball-Bundesliga und der harte Kern ihrer Fans mögen im selben Boot sitzen. Gerudert wird jedoch in entgegengesetzte Richtung. Und somit kommt die Debatte nicht weg vom Fleck. Das hat die vergangene Woche wieder gezeigt.

Nicht von ungefähr gab‘s neben der offiziellen Bundesliga-Veranstaltung für die organisierten Anhänger einen „Alternativen Fankongress“. Geredet wird nur das Nötigste. Die Fan-szene schmollt, wirft der Bundesliga mangelnde Kommunikation vor. Und präsentierte ihrerseits einen Forderungskatalog. Ganz oben auf der Wunschliste: fanfreundlichere Beginnzeiten, keine weitere Zersplitterung der Spieltage.

Damit können sich viele identifizieren. Wie auch ein Blick auf den aktuellen Terminkalender unterstreicht. So ist das Cup-Duell der St. Pöltner gegen Innsbruck wochentags um 18 Uhr angesetzt. Toll für die Tiroler Fans, die ihr Team anfeuern wollen – sofern sie einen Urlaubstag opfern können. Dennoch wird‘s beim frommen Wunsch aus der Fanszene bleiben. Das große Geld kommt von den TV- und Streaming-Anbietern – und von den Sponsoren, die sich primär für Quoten und Reichweiten interessieren. Den Fans bleibt in diesem Spiel nur eine Statistenrolle. Als nostalgischer „Farbtupfer“ der schicken, neuen Fußballwelt.

Vielleicht würden die Klubs gerne das Rad der Zeit zurückdrehen. Doch Nostalgie muss man sich leisten können. Den sprudelnden Geldhahn will kein Klub zudrehen. Und solange die Fans protestieren, aber dennoch ins Stadion kommen, wird sich daran nichts ändern.