Demaskierung im Amateurkick. Über die Rufe nach finanzieller Hilfe im Fußball-Unterhaus.

Von Bernhard Schiesser. Update am 29. April 2020 (05:16)

Der Amateurfußball wird gerade arg gebeutelt. Die Unsicherheit, wann und wie es im Unterhaus mit dem Meisterschaftsbetrieb weitergeht, drückt auf die Stimmung und sorgt für Unsicherheit. Mancherorts wurden auch Rufe nach finanzieller Unterstützung laut. Da muss man hinhören. Da muss man sogar ganz genau hinhören.

Die Argumentationslinie geht so: Kantinen-Einnahmen und Vereinsfeste fallen aufgrund der Corona-Einschränkungen weg. Sponsorgelder sind ob der angespannten wirtschaftlichen Gesamtsituation schwer kalkulierbar und in bisheriger Größenordnung kaum zu halten. Dem Amateurfußball drohen damit die wichtigsten Einnahmequellen wegzubrechen. Da braucht‘s Hilfe von der öffentlichen Hand! Oder etwa nicht?

Ja, wenn die laufenden Fixkosten für Instandhaltung bzw. Strom und Wasser sonst nicht stemmbar wären. Ganz klar nein, wenn die Vereinsbudgets auch weiter dazu verwendet werden, um Spielergagen zu finanzieren.

Wirklich ganz grob und ohnehin „zugunsten“ der Klubs geschätzt, läuft bei drei Viertel der NÖ-Fußballvereine Geld in Spielergagen. Wenn diese Vereine jetzt die Hand aufhalten, weil sie ihre Stromrechnung nicht zahlen können, wäre das ein starkes Stück.

In der Coronakrise wird dem Amateurfußball vor Augen geführt, dass er über Jahre in eine falsche Richtung unterwegs war. Dieses System gehört nicht gestützt, sondern gestürzt, zumindest aber muss es repariert werden. Die zu erwartende Zäsur in den nächsten Monaten wird hart, notwendig war sie längst.