Im Chaos verlaufen. Über die immer unübersichtlicheren Corona-Maßnahmen im Fußball.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:07)

Unter den Fußballfans sprach sich im Rahmen einer NÖN-Umfrage eine relative Mehrheit von knapp 45 Prozent dafür aus, den Spielbetrieb in Niederösterreich zu unterbrechen, bis sich die Corona-Lage entspannt hat. In Salzburg und im Burgenland ist das bereits passiert.

Es mag spitzfindig anmuten, ist aber wesentlich: In beiden Bundesländern sprachen die Landesregierungen Veranstaltungsverbote aus, auf Basis derer die Fußballverbände den Spielbetrieb aussetzten. Hintergrund ist jener, dass sich die Verbände ansonsten mit etwaigen Schadenersatzforderungen auseinandersetzen müssten, wenn sie den Fußball abgedreht hätten, obwohl er prinzipiell noch rechtlich möglich gewesen wäre. Die Grundintention ging aber schon von den Fußballern aus, die die lokale Politik wenn schon nicht um aktive Sterbehilfe, so zumindest um ein starkes Narkotikum anflehten, das den Kick bis auf Weiteres ruhen lässt.

Im Burgenland dürfte man dem Fußball unter jener Annahme die Augen geschlossen haben, dass es fortan keinen Kantinenbetrieb mehr geben dürfe. Der erst am Donnerstagabend veröffentlichte Verordnungstext der Bundesregierung ermöglicht jetzt aber doch ein Fortführen des finanziell essenziellen Kantinenbetriebs. Zu früh bewegt im „Chaos-Mikado“, Pech gehabt, liebe Burgenländer!

In Niederösterreich ist der Leidensdruck offensichtlich noch nicht groß genug. Auch, weil das Land mit einer Geisterspielprämie einspringt. Und Geisterspiele gibt es wiederum nur in blau-gelben Landen. Verwirrend? Aber sicher doch! Am Ende kann man das ganze Wirrwarr auf eine Frage runterbrechen: Geht es hier noch um die Eindämmung einer Pandemie oder eh nur um Politik und Geld?