Kennen Sie den?. Über ein Gerichtsurteil, das zu einem Treppenwitz werden könnte.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 14. Mai 2019 (02:11)

Lukas Müller, der 2016 als Vorspringer auf dem Kulm stürzte und seither querschnittgelähmt ist, prozessierte gegen den ÖSV und bekam Recht. Der Ex-Skispringer stand mit dem Verband in einem Arbeitsverhältnis, obwohl er vom Verband lediglich ein „Taschengeld“ bekam.

Hilfe bekam Müller von der Fußballergewerkschaft VdF, die erstmals außerhalb des Fußballs tätig wurde. Deren Vorsitzender, Gernot Zirngast, frohlockt und meint nun, dass dieses Urteil höchst relevant für den Unterhausfußball sei. Seine Deutung: Jeder Kicker, der Fixum oder Punkteprämie bekommt, stünde eigentlich in einem Arbeitsverhältnis mit seinem Klub. Und der, ja der ist Dienstgeber – mit allen Rechten und vor allem Pflichten.

Angenommen, diese Rechtsauslegung setzte sich tatsächlich im Amateurkick durch, es würde kaum ein Stein auf dem anderen bleiben. Einerseits wären Ehrenamtliche plötzlich Arbeitgeber – ein dreifaches Hoch auf die Funktionärskrise!

Andererseits würde sich – lückenlos kontrolliert, sanktioniert und gelebt – kein Kicker mehr Tausende Euro jährlich steuerfrei einstreifen können. Das wäre zumindest fair.

Geht man davon aus, dass das Geld nicht mehr wird und Vereine wie Kicker zahlen alles an Steuern und Abgaben, was das Gesetz so vorsieht, dann bleibt den Fußballern am Ende (deutlich) weniger im Hosensack. Dem Verein kann das (theoretisch) vollkommen egal sein, ob die Kicker oder der Fiskus seine Marie bekommt.

Zu verdanken hätten die Fußballer das dann der Vereinigung der Fußballer. Sind dafür Gewerkschaften nicht da? Was für ein grandioser Treppenwitz!