König der Typen. über Sturm-Trainer Nestor El Maestro und andere Farbtupfer in der Bundesliga.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 12. November 2019 (02:06)

Dem modernen Fußball fehle es an Typen, heißt es oft. Im modernen Fußball sind Spieler und Trainer glattgebügelt, heißt es auch. Die Folge? So gefinkelt und kreativ können Journalisten gar nicht fragen, als dass dem Fußballfan bei der Vor- und Nachberichterstattung ab und an nicht die Füße einschlafen würden.

Ja, das mag für viele Ligen auf der Welt gelten. Für die heimische Bundesliga stimmt’s aber keinesfalls. Auf fast allen Trainerbänken sitzen ganz spezielle Typen. Kostproben gefällig?

Admiras Klaus Schmidt – erdig und ländlich eloquent. St. Pöltens Alexander Schmidt – bayrisch stur und trotzdem zugänglich. Salzburgs Jesse Marsch – energiegeladenes Springginkerl. Valerien Ismael vom LASK – grimmig, scheut aber neuerdings auch ordinäre österreichische Sprüche nicht. Rapids Didi Kühbauer – notorischer Grantler mit Beißreflex. Der Wattener Thomas Silberbauer – Tiroler Naturbursche mit Ecken und Kanten. Hartbergs Markus Schopp – geschliffen im Ton, messerscharf in der Analyse. Und der König unter den Bundesliga-Typen? Natürlich Sturm-Trainer Nestor El Maestro! Der gebürtige Serbe lässt in jedem Interview Forrest Gump und seinen Pralinen-Vergleich hochleben. Bei El Maestro weiß man tatsächlich nie, was man kriegt. Sicher ist bei El Maestro nur, dass es emotional und originell wird. Manchmal wird es gar verstörend.

Mit seiner Art macht er sich nicht nur Freunde, was ihn mit seinem Vorbild Jose Mourinho eint. Für die Bundesliga ist er unter vielen Farbtupfern der Grellste.