Mann mit Rückgrat. Über den Abgang von Ernst Baumeister bei der Admira.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 12. August 2020 (01:58)

Ernst Baumeister war schon vor seinem vierten (!) Engagement bei der Admira eine Klublegende und ist es danach erst recht.

Klar ist es nicht alltäglich, dass ein Sportdirektor zwei Monate nach seiner Bestellung wieder abdanken muss, überraschend kommt das aber nicht. Besonders nicht, wenn man die Geschehnisse bei der Admira und Baumeisters Persönlichkeit in die Waagschale wirft. Der 63-Jährige steht für Geradlinigkeit. Was vorher so vereinbart wurde, gilt auch nachher noch. Und wenn nicht, dann raschelt es.

„Big Boss“ Felix Magath ließ kaum eine Gelegenheit aus, um zu betonen, wie er die Admira ausrichten will. Zurück zu den Wurzeln – unter diesem Motto wollte man wieder vermehrt Talente aus der hauseigenen und hochgelobten Akademie in Richtung Profimannschaft hochziehen. Ein Plan, der weder neu noch unerprobt ist. Diese Strategie war nicht nur über Jahre die finanzielle Lebensader des Traditionsvereins. Sie war Identifikationsmerkmal, sie war der sinnstiftende Anker.

Man kann nur mutmaßen, weil Baumeister im NÖN-Gespräch die Gründe für die Meinungsverschiedenheiten nicht weiter kommentierte. Die Transfers von Stürmer-Oldie Stefan Maierhofer, dem serbischen Innenverteidiger Nikola Pejovic und dem bosnischen Mittelfeldspieler Tomislav Tomic dürften aber wohl nicht den Geschmack von Baumeister getroffen haben bzw. nicht in die Admira-DNA passen, die der 63-Jährige stets vorgelebt hat.

Baumeister hätte auch gute Miene zum – aus seiner Sicht – bösen Spiel machen und so lange es geht sein Sportdirektor-Gehalt beziehen können. Hat er aber nicht.