Pfand der Flaschen. über die Auswirkungen des VAR auf Fußball und Schiedsrichter.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 22. Oktober 2019 (04:37)

Der „Video Assistant Referee“ (VAR) hält in der österreichischen Fußball Bundesliga früher Einzug als geplant. Mit der Frühjahrssaison 2021 sollen die heimischen Schiedsrichter Unterstützung von außerhalb des Spielfelds bekommen.

Das ist bitter notwendig. Weil die österreichische Schiedsrichterzunft Woche für Woche unter Beweis stellt, dass sie aus wahlweise unsicheren oder überheblichen, ganz sicher aber blinden Flaschen besteht.

Das wäre die einfache Antwort. Die erhält zwar durch genügend Beweise – alleine in der laufenden Saison – Nahrung, richtig ist sie dennoch nicht.

Eher stimmt, dass sich die Wahrnehmung verschoben hat. Der geneigte Rezipient ist es aus den Topligen Europas gewohnt, dass Schiedsrichterentscheidungen überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.

Der Profifußball auf der ganzen Welt, natürlich auch in Österreich, muss nachziehen. Ein Erfolgsgeheimnis des Fußballs ist, dass er überall unter identen Voraussetzungen und gleichen Regeln gespielt wird.

Genau da setzt aber auch die Kritik am VAR an. Es gibt nämlich auch noch Fußball, der nicht im gleißenden fernsehtauglichen Flutlicht gespielt wird. Jenen Kick eben, der abseits der Topligen passiert. Diese Basis, dieses Rückgrat der Weltsportart Nummer eins spielt dann nämlich nicht mehr unter den selben Voraussetzungen wie die Stars der Szene.

Und die Schiedsrichter? Die paar Handvoll, die in der Bundesliga pfeifen, sind aus dem Schneider und jubeln. Die anderen bleiben halt Flaschen. Eh fair oder?