Schere weit offen. über den Niveau-Unterschied zwischen Tipico Bundesliga und 2. Liga.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 05. November 2019 (01:42)

Cup-Spiele sind für Klubs vom Format des SKN St. Pölten so eine Sache. Klar, über den Aufstieg ins Viertelfinale darf man sich im Lager der Wölfe angesichts der sportlich angespannten Situation schon freuen. So wirklich wichtig ist der Bewerb aber nicht. Der Slogan „Der kürzeste Weg nach Europa“ stimmt höchstens auf dem Papier. Salzburg stellt für gewöhnlich eine Straßensperre auf.

Die Achtelfinal-Partie des SKN gegen Ried war aus einem anderen Grund trotzdem interessant: Gibt es leistungsmäßig zwischen dem Bundesligaletzten und dem Aufstiegsaspiranten der 2. Liga einen Unterschied? Auch wenn der 1:0-Sieg der St. Pöltner schmal ausfiel, die Wölfe waren den Innviertlern in so ziemlich allen fußballrelevanten Bereichen turmhoch überlegen. Und damit durfte man nicht unbedingt rechnen.

Darauf angesprochen, hielt St. Pölten-Trainer Alexander Schmidt für einen Moment inne. Viele Trainer hätten nach dieser dramaturgischen Pause einen gegnerlobenden Stehsatz vom Stapel gelassen. Schmidt holte zu einer interessanten Analyse aus. Die österreichische Bundesliga habe sich enorm entwickelt, einen richtigen Schub bekommen. Im Windschatten von Salzburg und neuerdings auch von LASK und WAC zogen auch alle anderen Teams nach.

Danach biss er sich auf die Zunge. Vermutlich hätte er sagen wollen, dass seine St. Pöltner besser seien, als die Bundesligatabelle ausweist. Und das hätte ihm vor dem Samstag kaum jemand abgenommen. Seit dem Sieg gegen Rapid muss sich in St. Pölten niemand mehr auf die Zunge beißen.