Spielerverträge? Bitte zu Tisch. Über fehlende Rechtssicherheit im Fußball-Unterhaus.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 24. März 2020 (02:23)

Klar, es gibt in der aktuellen Coronakrise Wichtigeres als die Frage, ob Unterhaus-Kicker bei Ausfall des Spielbetriebes weiter ihr Geld bekommen oder nicht. Und dennoch offenbart die Diskussion darüber einmal mehr, dass diesbezüglich vieles im Argen liegt.

Was gilt als Aufwandsentschädigung und was nicht? Sind Leistungsprämien zulässig oder nicht? Ab wann tritt ein Verein als Arbeitgeber auf? Das sind nur einige von vielen Fragen, die entweder unbeantwortet sind oder von Gewerkschaft und Fußballverband unterschiedlich beurteilt werden.

Zwei Juristen, drei Meinungen – eine Redewendung, die in der mit Grautönen ummantelten Fußballwelt mehr denn je gilt. Und trotzdem sollte die aktuelle Krise Anlass sein, sich des Themas anzunehmen. Es ist an der Zeit, dass sich Gewerkschaft, ÖFB und kundige Juristen nach sozialpartnerischem Vorbild an einen Tisch setzen und Musterverträge für Amateurspieler erarbeiten.

Zu negieren, dass im Unterhaus viel Geld läuft, so wie das jahrzehntelang getan wurde, ist im Jahr 2020 keine Option mehr. Dabei geht es nicht nur um Spielerrechte (übrigens auch um Pflichten), es geht insbesondere darum, dass die Vereine und deren Funktionäre endlich rechtssicher unterwegs sind. Wenn dann einer trotzdem noch meint, seine schwarze Kassa öffnen zu müssen, dann ist das seine Sache. Alle anderen Funktionäre könnten dann endlich ruhig schlafen.