Tanz am Drahtseil. Wolfgang Wallner über die doppelte Bürde in der Südstadt.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 27. November 2018 (02:17)

Mit der Admira will keiner tauschen. Über Jahre hinweg Überraschungsteam, über Jahre hinweg „Selbstbedienungsladen“ für Großklubs. Über Jahre hinweg ein Stehaufmännchen, das immer die Kurve kratzte und mit kleinem Geld ganz schön Großes erreicht hat. Märchenhaft.

Heuer scheint’s allerdings für das Märchen kein Happy End zu geben. Der Aderlass im Sommer hat die Südstädter ausbluten lassen. Bis die so erfolgreichen AKA-Kicker die Lücke füllen können, die Knasmüllner, Sax & Co. hinterlassen haben, wird’s noch dauern. Und so viel Zeit hat der Tabellenletzte nicht, will man nicht eine „Ehrenrunde“ in Liga zwei riskieren.

Also wird Reiner Geyer wohl auf Verstärkungen im Winter pochen, wie’s auch Vorgänger Ernst Baumeister getan hat. Am Trainer liegt’s – so legt’s die Negativserie unter Geyer nahe – offenbar nicht, dass die Admira am Tabellenende steht. Es fehlt an Erfahrung und auch an Qualität. Dies über den Winter zu korrigieren wird ein Tanz auf dem Drahtseil. Ein Balanceakt zwischen Wirtschaftlichkeit und sportlicher Perspektive.

Die Admira freut sich zwar über ein Plus von rund 500.000 Euro aus dem vergangenen Wirtschaftsjahr, braucht aber noch zwei weitere ähnlich „lukrative“ Saisonen, um mit einer schwarzen Null weiterwirtschaften zu können. Finanziell wachsen die Bäume also nicht in den Himmel.

Wieder einmal muss die Admira kleines Geld gut investieren. Möge der Drahtseilakt gelingen! Der Absturz in die zweite Liga wäre fatal. Nicht nur wegen der Top-Akademie.