Unverdiente Prügel. über die „Problemzone“ 2. Liga.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 04. Juni 2019 (02:52)

Geschichten wie diese schreibt wohl nur der österreichische Fußball. Im Jahr eins nach der Aufstockung der zweithöchsten Spielklasse auf 16 Vereine gibt’s keinen einzigen sportlichen Absteiger. Für so manchen Kritiker ein Grund, auf das neue Format einzuprügeln. Die Liga mag nicht das „Gelbe vom Ei“ sein. Aus dem Abstiegsdilemma kann man ihr aber keinen Strick drehen. Mehr Sachlichkeit täte der Debatte gut. Dass die Innsbrucker Zweiermannschaft nach dem Bundesliga-Abstieg der Profis runter muss, liegt auf der Hand. Eine ganz andere Frage ist, ob man B-Teams in der zweithöchsten Liga braucht.

Für die „Lizenztricksereien“, die Wr. Neustadt den Zwangsabstieg bescheren dürften, kann die Liga ebenso wenig. Diesen Schuh müssen sich die Verantwortlichen beim SC ganz allein anziehen.

Dass aus der Regionalliga Ost keiner aufsteigen will? Wohl auch kein spezifisches Problem der zweiten Liga, sondern jenes der Ostliga-Klubs. Die Voraussetzungen in Sachen Infrastruktur wurden ja ohnehin gelockert. Und dass finanzielle Spielregeln und Vorgaben für die Infrastruktur unabdingbar sind, zeigt ja das aktuelle Beispiel aus dem Süden Niederösterreichs. Sich auf die „böse Bundesliga“ auszureden, ist etwas billig.

Ohne lukrativen TV-Vertrag fließen in Liga zwei nicht Milch und Honig. Ein Grund, die Liga totzureden, bevor sie eine echte Chance hatte, ist das aber nicht. Mit dem GAK stößt in der kommenden Spielzeit ein weiterer klingender Name von unten dazu, Wacker Innsbruck als Bundesliga-Absteiger ist ein Glücksfall für die Attraktivität der zweithöchsten Spielklasse. Die Liga ist besser als ihr Ruf.