Verrückt: ÖFB serviert Kuchen. Über die Überlegungen, die Corona-Saison zu Ende zu spielen.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 07. April 2021 (03:51)

Es ist nur noch zum Kopfschütteln. Österreichs Amateurfußballvereine sind zu bemitleiden, weil sie von den Verbänden arg im Stich gelassen werden.
Endlich kam vom NÖ Fußballverband vor wenigen Wochen Klartext. Wenn bis 18. April nicht normal trainiert werden kann, dann ist Schluss.

Meisterschaftsabbruch und Annullierung der Saison, weil bis zum als Deadline auserkorenen ersten Juli-Wochenende nicht einmal mehr die unterbrochene Hinserie abgeschlossen werden kann.

Da war er endlich, der notwendige Orientierungspflock, den die Vereine brauchten. Vor wenigen Tagen bog die übergeordnete Instanz, der ÖFB, um die Ecke und setzte seinen Schlägel nicht oben, sondern seitlich am zuvor Eingeschlagenen an. Vielleicht wird die Meisterschaft doch bis Ende Juli ausgedehnt …

Der Pflock ist wieder locker – und die Vereine? Die hängen wieder in der Luft und bleiben mit ihren Fragen und Sorgen alleine.

Es gibt so viele Gründe, warum das krampfhafte Festhalten an dieser Corona-verseuchten Saison falsch ist, dass hier der Platz nicht ausreicht, um alle aufzuzählen. Fehlende Planungssicherheit ist wohl das Schlagwort, das über allem thront. Alleine, dass das jetzt überhaupt diskutiert wird, ist Indiz dafür, wie weit sich die ÖFB-Granden von ihrer Basis entfernt haben. Es erinnert an das Marie-Antoinette zugeschriebene Zitat „Sollen sie doch Kuchen essen“, als dem Volk das Brot fehlte.