Zweite Chance. über die zu hart kritisierte 2. Liga.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 16. Juli 2019 (01:49)

Vor einem Jahr wurde das Oberhaus des heimischen Fußballs neu strukturiert. In knapp zwei Wochen starten in der Tipico Bundesliga und in der Hpybet 2. Liga die neuen Spielzeiten.

Während die neue Zwölferliga im Scheinwerferlicht der Medien mit großteils guten Kritiken von Klubs und Fans bedacht wurden, bekam die Sechzehnerliga im Schatten darunter ihr Fett ab. Großteils zu unrecht.

Als Hauptgrund und Manifest des Scheiterns wird die Tatsache angeführt, dass es am Saisonende keinen anstatt der drei geplanten Absteiger gab. Das hat allerdings drei völlig unterschiedliche Gründe und kann der Liga und deren geistigen Vätern nicht wirklich zum Vorwurf gemacht werden.

Das Amateurteam von Wacker Innsbruck fiel raus, weil die Profimannschaft der Tiroler aus der Tipico Bundesliga abstieg und zwei Teams aus dem gleichen Verein schwer in einer Liga spielen können. In Wiener Neustadt wurde spektakulär beim Lizenzantrag geschummelt. Und in der Regionalliga Ost fand sich kein Aufsteiger. Das mutet insofern komisch an, da einer der Hauptgründe der Ligareform der gebetsmühlenartige Schrei – gerade aus Niederösterreich – nach dem Direktaufstieg ohne Unsicherheitsfaktoren wie Relegation erklang.

Mit Ried, Austria Lustenau, Austria Klagenfurt, Aufsteiger GAK oder den beiden NÖ-Klubs Horn und Amstetten tummeln sich dort durchaus spannende Vereine mit Tradition und Ambitionen. Die 2. Liga hat sich zumindest eine zweite Chance verdient, ehe man sie totsagt. Und überhaupt: Wer bessere Ideen hat, soll vortreten.