Starker Euro schwächt viele Unternehmen. Heinz Bidner über die Vorzüge und Probleme einer starken Währung und die aktuelle Rolle der Europäischen Zentralbank.

Von Heinz Bidner. Erstellt am 10. Juni 2014 (09:53)

Eine harte Währung wie der Euro ist grundsätzlich etwas Gutes. Ihr Wechselkurs ist gegenüber anderen Währungen stabil oder steigt. Gegenüber dem Dollar legte der Euro in den letzten zwölf Monaten etwa um über vier Prozent an Wert zu und liegt bei knapp 1,36 Dollar. Das baut Vertrauen auf, zieht Anleger in den Euroraum. Geschäfte in einer harten Währung abzuwickeln ist ja eine relativ sichere Angelegenheit.

Ein harter Euro hat aber auch seine Tücken. Exporte aus einem Euroland wie Österreich werden teurer, umgekehrt werden Importgüter billiger. Es entsteht ein Ungleichgewicht zulasten heimischer Betriebe, die an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Und Unternehmen, die im Ausland Geschäfte machen, erzielen bei der Umrechnung in Euro geringere Erträge. Betriebe aus NÖ, die vergleichsweise stark im Ausland vernetzt sind, trifft das naturgemäß härter.

Dass die Europäische Zentralbank vergangenen Donnerstag im Rahmen eines Maßnahmenpaketes den Leitzins auf das historische Tief von 0,15 Prozent senkte, soll nicht nur die Kreditvergabe der Banken ankurbeln. Es soll auch die Konjunktur beleben. Der Euro gab daraufhin sogar nach. Ob das nachhaltig reicht, bleibt allerdings fraglich.