Ungerechtfertigte Kritik an Frauenförderung. über die Kritik an der verpflichtenden Anrechnung von Karenzzeiten und dem Rechtsanspruch auf ein Papamonat.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 09. Juli 2019 (02:39)

Die Karenz nach der Geburt eines Kindes, die ist in Österreich nach wie vor hauptsächlich ein Frauenthema. Denn überwiegend sind es noch immer Frauen, die sich in den ersten Lebensjahren um ein Kind kümmern. Gibt es keine kollektivvertraglichen Regelungen, haben sie dadurch erhebliche berufliche Nachteile gegenüber Männern. Etwa, was die Anrechnung der Karenzzeiten bei Gehaltsvorrückungen und die Berechnung von Urlaubsansprüchen betrifft. Denn bisher wurden dafür maximal zehn Monate aus der Karenz verpflichtend angerechnet.

Durch den Beschluss der aktuellen Regierung ist das künftig Geschichte. Außerdem gibt es jetzt einen Rechtsanspruch auf ein Papamonat. Und das ist gut so. Leider sehen das nicht alle ein. Wirtschaftsvertreter etwa äußerten Kritik, zuletzt der Wirtschaftsbund Niederösterreich.

Natürlich bedeutet die Anrechnung der Karenzzeiten einen höheren finanziellen Aufwand für Unternehmen. Aber mit der jetzt beschlossenen Regelung wurde endlich eine große Ungerechtigkeit beseitigt. Die volle Anrechnung der Karenzzeiten war längst überfällig – und sollte auch nicht mehr zur Debatte stehen. Schade, dass das noch immer nicht alle verstanden haben.