Unklarer Kassasturz. Über das neue Coronakonzept und die unkalkulierbaren Folgen für die Fußballvereine.

Von Bernhard Schiesser. Erstellt am 15. Juli 2020 (05:36)

Das neue „Corona-Konzept“ des ÖFB ist da. Es verspricht nur auf den ersten Blick so etwas wie eine Rückkehr zur Normalität, auf den zweiten warten gefährliche Fallstricke auf die Fußballvereine. Der Hund liegt nämlich wie so oft im Detail begraben.

Ab August sollen auf Niederösterreichs Fußballplätzen wieder bis zu 750 Zuschauer kommen dürfen. Diese Zahl gilt allerdings nur, wenn die Sportanlage über ausreichend zuweisbare Sitzplätze verfügt, bei denen der Abstand von einem Meter gewahrt bleiben kann. Ansonsten gilt eine Beschränkung von 200 Zuschauern.

Jetzt darf sich jeder den Sportplatz seines Lieblingsklubs vor sein geistiges Auge führen: Zuweisbare Sitzplätze? Ein Meter Abstand? Wie genau das aussehen kann bzw. wer das genehmigen, verantworten und kontrollieren soll, ist noch nicht so ganz klar.

Okay, die Mehrzahl der Unterhauspartien finden auch mit der 200er-Grenze ihr Auslangen. So manche Lokalderbys in unteren Klassen und viele „normale“ Spiele in höheren Ligen lockten in der Vergangenheit aber weit mehr Zuschauer an. Und es ist eben ein Unterschied, ob 200 oder 400 „Zahlende“ zu einem Match kommen. Eintritt und Konsumation der fehlenden Zuschauer würden ein Loch von mehreren Tausend Euro in die Vereinskasse reißen – pro Heimspiel!

Spielerverträge oder Vereinbarungen über Aufwandsentschädigungen sind aber jetzt mit Ende der Transferszeit abgeschlossen worden. Die Vereine können in Wahrheit aber noch gar nicht wissen, wie viel Geld sie zur Verfügung haben. Irgendwie passt da vieles nicht zusammen. Nur so ein Gefühl, aber das kann ein richtig blutiger Herbst werden.