Auch der Handel muss flexibler werden. Walter Fahrnberger über das Geschäftesterben und die Konkurrenz aus dem Internet.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 01. August 2017 (03:00)

Wer ist der Versuchung nicht schon mal erlegen, im Internet einzukaufen? Mit einem Mausklick ist die Ware ausgesucht, meist günstiger als im Geschäft nebenan – und wenn der Artikel nicht passt, wird er einfach zurückgeschickt. Das ist Gift für den klassischen Handel und trifft Branchen wie Schuh-, Buch- oder Elektrohandel hart. Immer mehr sperren zu. Österreichweit gibt es im Einzelhandel bereits um 10.000 Geschäfte weniger als vor zehn Jahren. Auch weil Großpleiten wie jene von Schlecker, Niedermayer oder Zielpunkt ins Gewicht fallen. Weniger Geschäfte heißt weniger Arbeitsplätze vor Ort.

Im ersten Halbjahr 2017 gab es im Handel aber wieder einen leichten Anstieg an Beschäftigten. Beim Umsatzwachstum liegt Niederösterreich sogar über dem Bundesschnitt. Eine Trendumkehr ist das leider trotzdem nicht. Das allgemein bessere Konsumklima und die Effekte aus der Steuerreform 2016 wirken sich positiv aus. Um langfristig zu überleben, ist der Handel gefordert. Mit Qualität, Regionalität und Service lässt es sich auch in Zukunft punkten. Flexibilität wird für Unternehmer immer wichtiger. Denn für gleiche Leistungen freiwillig mehr Geld ausgeben als beim Internetkauf, wollen die wenigsten. Da ist auf Dauer sogar der Erhalt regionaler Arbeitsplätze ein zu schwaches Argument.