Der große Unterschied ist ein Skandal. Anita Kiefer über die Einkommensanalyse der Arbeiter kammer Niederösterreich.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 12. Dezember 2017 (01:46)

Einige der Nachrichten aus der Einkommensanalyse 2016 der Arbeiterkammer Niederösterreich sind gute. Etwa, dass den Niederösterreichern am Ende des Tages 64 Euro mehr pro Monat im Börserl blieben – Steuerreform sei Dank.

Weniger gut sind die Nachrichten jedoch, wenn man sich die Einkommensunterschiede bei Männern und Frauen ansieht. Während das Bruttomedianeinkommen der Männer im blau-gelben Bundesland im Vorjahr bei 2.391 Euro lag, lag jenes der Frauen weit darunter: nämlich bei 1.611 Euro. Das macht einen Unterschied von sage und schreibe 780 Euro, also 32,6 Prozent, aus.

Dass Frauen nach wie vor um ein Drittel weniger verdienen als Männer, ist schlichtweg ein Skandal. Und dieser große Unterschied ist keineswegs nur dem höheren Anteil an weiblichen Teilzeitarbeitskräften geschuldet, oder etwa auch dem niedrigen Lohnniveau in „typischen“ Frauenbranchen. Denn auch bei den hohen Einkommen verdienen Frauen noch immer um ein Viertel weniger als Männer.

Ein eigener, guter Verdienst bedeutet Unabhängigkeit, mehr Entfaltungsmöglichkeit und schlichtweg Fairness für Frauen. Und es gibt keinen einzigen Grund, gleiche Leistung nicht mit gleichem Lohn zu bezahlen. Also sollte das auch so sein.