Es müssen alle an die Kosten denken. Anita Kiefer über die geringer werdende Anzahl von Bankomaten in ländlichen Regionen.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 23. Januar 2018 (02:40)

Es ist ein Thema, das emotional unglaublich aufgeladen ist: Die Bargeldversorgung im ländlichen Raum. In vielen Köpfen ist es noch immer selbstverständlich, dass in sehr kurzer Distanz zum Wohnort ein Bankomat und damit Bargeld verfügbar sein muss. Die Realität sieht oft anders aus, auch in touristisch frequentierten Regionen wie etwa entlang der Donau oder im Skigebiet Lackenhof.

Dieses ist naturgemäß ein sehr zweischneidiges Schwert. Gerade in Touristenregionen sollte zwar grundsätzlich die Möglichkeit gegeben sein, Bargeld zu beheben, um als logische Konsequenz Bargeldausgaben für Touristen zu ermöglichen. Bei einem Anstieg von Kartenzahlungen und damit einhergehenden entsprechend geringen Geldbehebungsfrequenzen an Geldautomaten müssen Banken aber auf der anderen Seite natürlich genau kalkulieren, ob sich der Betrieb eines Bankomaten überhaupt irgendwie rechnet.

Eine Lösung muss überall individuell von Banken und Gemeinden gefunden werden. Der Ansatz von Bankensprecher Johann Vieghofer, Geldbehebung mit dem Einkauf im Geschäft zu verknüpfen und sich einen gewünschten Betrag beim Einkauf auszahlen zu lassen, scheint jedenfalls sinnvoll. Dies bedingt aber natürlich, dass es in einem Ort überhaupt einen Nahversorger gibt.