Frühe Bildung schärft das Bewusstsein. Anita Kiefer über die Finanzbildung der Österreicherinnen und Österreicher.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 29. August 2017 (03:00)

Die österreichische Bevölkerung schneidet zwar im internationalen Vergleich nicht unbedingt schlecht ab, was das Finanzwissen betrifft. Nachholbedarf gibt es aber dennoch. Das konstatierte kürzlich Bettina Fuhrmann, Professorin für Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien, im Gespräch mit der Austria Presse Agentur. Das Spar- und Anlageverhalten der Österreicherinnen und Österreicher etwa sei nach wie vor sehr konservativ. Dies sei auch auf Unwissenheit zurückzuführen, die vielen etwa – kombiniert mit schlechter Beratung – beim Abschluss von Fremdwährungskrediten zum Verhängnis geworden sei.

Außerdem werde Schuldenmachen durch Onlineversandhäuser und Ratenzahlungen einfacher, und durch bargeldloses Zahlen fehle leichter der Überblick über die tatsächlich ausgegebene Summe. Die Expertin fordert in diesem Zusammenhang mehr Finanz- und Wirtschaftsbildung für Kinder und Jugendliche, die an Schulen gelehrt werden sollte.

Ein Ansatz, den auch Bankenvertreter selbst immer wieder fordern. Und der Sinn macht. Je früher sich Kinder und Jugendliche mit dem Wert von Geld, einer gezielten Ausgabenplanung und verschiedenen Sparformen auseinandersetzen, desto früher schärft sich das Bewusstsein für den Wert des Geldes.