Vereine brauchen Perspektiven

Erstellt am 25. Jänner 2023 | 05:34
Lesezeit: 2 Min
Über die Auswirkungen der novellierten Elite-Nachwuchsstruktur auf die Amateur-Fußballvereine.
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Unlängst wurde an dieser Stelle die Neuausrichtung der Elite-Nachwuchsarbeit im Fußball thematisiert. Und skizziert, wie sich das auf den Amateurfußball und die Nachwuchsarbeit an der Basis auswirkt.

Zur Erinnerung: Der ÖFB zieht ab Sommer eine zweite Akademie-Kategorie ein und erhöht damit die Anzahl der bisher 13 Akademien auf dann (maximal) 28. Weil es künftig nicht mehr Profivereine gibt, aber die Zahl der gut ausgebildeten Kicker steigt, werden noch mehr Akademie-Kicker als aktuell im Amateurfußball landen – so die These.

Darüber wurde auf den Social-Media-Kanälen der NÖN eifrig diskutiert. Der Tenor: Das Ende des Fußballs naht! Das ist natürlich Blödsinn. Wenn der Kick ernsthaft in Schieflage kommt, dann sicher nicht aufgrund der ÖFB-Akademie-Reform.

Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Das Ansinnen der Änderung ist eine Verbesserung. Dass künftig mehr Jungkicker professionell ausgebildet werden, ist gut. Das hebt hoffentlich das Niveau an der Spitze, ganz sicher aber wird das das Niveau in den höheren Ligen des Amateurfußballs heben. Was soll man also als Funktionär eines Gebietsligisten schon dagegen sagen? Liebe Knapp-Nicht-Profis, ihr seid zu gut für uns, euch wollen wir nicht?

Schon klar: Mit Veränderungen tut sich der Mensch schwer. Diese hier wird aber kommen. Die einzige Frage ist, welche Handlungsanleitung den Vereinen gegeben wird, um in diesem Kontext eine sinnhafte Nachwuchsarbeit zu machen?

Was nicht passieren darf: Dass die Basis auf die Nachwuchsarbeit pfeift und sich auf die externe Ausbildung verlässt. Also braucht es Anreize. Und zwar an beiden Enden des Ausbildungsweges. Jene Klubs, die durch gute Nachwuchsarbeit viele Kicker in Landesausbildungszentren und Akademien bringen, müssen stärker belohnt werden als aktuell. Und: Die Stammvereine jener Akademie-Kicker, die nach ihrer Ausbildung im Amateurfußball landen, müssen deutlicher bevorteilt werden. Das muss die Stoßrichtung sein.