Von innen und von außen unter Beschuss. Anton Johann Fuchs über die Herausforderungen, vor denen der neue oberste Bauer Österreichs steht.

Von Anton Johann Fuchs. Erstellt am 04. März 2014 (07:00)
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Hermann Schultes hat sich ein hartes Jahr ausgesucht, in dem er als oberster Bauer die Leitung der Landwirtschaftskammer Österreich übernimmt. Heuer werden die Einheitswerte neu festgelegt – nach ihnen errechnen Steuern und Abgaben. Das wird vor Murren in den eigenen Reihen sorgen. Es beginnt die Umstellung der EU-Betriebsprämie vom längst ungerecht gewordenen „historischen Modell“ auf die Flächenprämie.

Da werden viele verlieren (vor allem im Osten Österreichs) und einige gewinnen. Bis Sommer sollen die Eckdaten für die Gemeinsame Agrarpolitik GAP stehen, und der Landwirtschaftsminister wird noch so viel mit Zahlen jonglieren können – es ist weniger Geld da als bisher.

Die größte Herausforderung wird für Schultes aber die Außenwirkung der Landwirtschaft. Längst klafft eine große Lücke im Bild, das sich der Konsument von einem Bauernhof macht, und der Realität. Die Folge: Ein Sturm der Entrüstung, wenn über Tierhaltung oder Pflanzenschutz geredet wird. Schultes will Anerkennung für seinen Berufsstand. Da wird er der Öffentlichkeit klarmachen müssen, dass beste Qualität zu günstigsten Preisen nur mit modernster Technik zu haben ist. Auch wenn’s unromantisch ist.