Erstellt am 28. Dezember 2018, 04:21

von Michaela Fleck

Wir sind die Besten – oder doch nicht?.

Mit Rückschauen ist das so eine Sache. Da vergisst man im Schein der Raketen schnell mal die Schatten. Ein bisschen Nüchternheit tut trotzdem not. Ein bisschen Ehrlichkeit erst recht. Und wenn Österreich am Neujahrstag, also nach den Raketen, das Zepter weiterreicht, im Europäischen Rat, an Bukarest, dann hängen da nicht weniger Probleme d’ran als noch vor einem halben Jahr.

Mit den Briten? Hat man einen Deal. Aber ob der hält, erst recht im Londoner Unterhaus, ist mehr als fraglich. Mit dem Klima? Hat man viel vor. Prozente da, Plastik, oder: kein Plastik dort. Aber die eigene Klimabilanz hat man in Österreich noch immer nicht verbessert. Mit den Flüchtlingen? Schließen andere Pakte. Aber da bleibt man als Ratsvorsitzender lieber zuhause. Bei seinen ungarischen, polnischen oder bulgarischen Freunden. Mit dem Budget? Macht man Versprechen. Aber ambitionierte und alltagstaugliche Initiativen kommen vorher von den Regionen (wie Niederösterreichs Regionalförderungsgipfel in Brüssel) als vom Vorsitz. Und den viel zitierten Bürgern in den Ländern? War man auch nicht näher als bisher.

Für die nächste Europawahl in gerade einmal fünf Monaten wird das nicht reichen. Dafür sind Eigenlob und Eitelkeiten schlicht und einfach zu wenig.