Wir sind von globalen Konflikten gar nicht weit entfernt. Außenpolitische Anmerkungen sind rar an dieser Stelle. Die NÖN ist ja vor allem eine große Regionalzeitung. Doch in so verzwickten Zeiten wie diesen, wo uns auf der einen Seite schlechte Wirtschaftsdaten das Leben schwer machen und auf der anderen

Von Harald Knabl. Erstellt am 08. September 2014 (05:02)
NOEN, Franz Baldauf

Außenpolitische Anmerkungen sind rar an dieser Stelle. Die NÖN ist ja vor allem eine große Regionalzeitung. Doch in so verzwickten Zeiten wie diesen, wo uns auf der einen Seite schlechte Wirtschaftsdaten das Leben schwer machen und auf der anderen auch die innenpolitische Lage, tut es noch mehr weh, schon ein wenig angstvoll auf die steigende Zahl der Krisenherde in dieser Welt zu blinzeln. Und besorgt müssen auch wir in Niederösterreich zwei Tatsachen zur Kenntnis nehmen: Die Ukraine ist aber auch gar nicht weit weg von uns, und auch die zunehmende Bereitschaft vieler Muslime zu ganz abscheulichen und menschenunwürdigen Taten ist von unserer kleinen Welt nicht mehr gänzlich abzukoppeln. So gerasselt haben die Säbel schon lange nicht mehr. Eigentlich kann man es schon mit der Angst zu tun kriegen.

Die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher haben Krieg noch nie am eigenen Leibe erfahren müssen. Ich entstamme noch einer Generation, die von Kriegen wenigstens aus Erzählungen unserer Großeltern, vielleicht noch Eltern erfahren hat. Für uns waren das Geschichten, und auch die Bilder und Filme, die uns gezeigt wurden, beutelten wir mit Schütteln des Kopfes ab: Was die damals taten, das kann heute nicht mehr passieren. Wir haben uns getäuscht. Und wie.

Heute gibt es wieder Menschen, die Unschuldigen vor laufender Kamera den Kopf abschneiden, die Massenhinrichtungen gegen Nicht- oder Andersgläubige vornehmen lassen, oder große Länder wie Russland, die zu neuen Eroberungsfeldzügen aufbrechen, das internationale Protestgeheule ignorierend. Stimmt die alte Redensart wirklich, dass die Menschheit nicht in der Lage ist, auf Dauer miteinander friedlich auszukommen?

Ein unangenehmes Gefühl beschleicht uns da. Unkalkulierbare Situationen entstehen, wenn die Eskalationen so weitergehen.

Wir sind, global gesehen, ein sehr kleines Land. Im Falle eines großen Konfliktes ganz sicher nicht in der Lage, auch nur geringsten Widerstand zu leisten. Schon vor den beschämenden Einsparungen beim Bundesheer wäre das nur eingeschränkt möglich gewesen, jetzt gar nicht mehr. Uns bleibt einzig und allein die Hoffnung, dass sich letztendlich Vernunft und Menschlichkeit durchsetzen, dass verhandelt statt gehandelt wird. Da stehen die Chancen im Ukrainekonflikt besser als bei den irrationalen Gewalttätigkeiten im Nahen Osten, die wir uns nicht einmal erklären können und wollen. Diese Zeilen sollen nicht Panik machen, doch sie sollen zeigen, dass sich der Friedenshimmel zunehmend verdüstert. Und das kann man nicht mehr wegleugnen.