Zahlungsmoral bleibt weiter am Tiefpunkt. Heinz Bidner über die Gründe, warum Bund, Länder und Gemeinden erst so spät ihre Rechnungen begleichen.

Von Heinz Bidner. Erstellt am 01. September 2014 (08:38)
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33 Tage vereinbartes Zahlungsziel und dazu 9 Tage unerlaubter Zahlungsverzug. Das macht stolze 42 Tage, welche die öffentliche Hand in NÖ derzeit im Schnitt benötigt, um ihre Schulden zu begleichen. Das ergibt eine KSV1870-Umfrage.

Das alles hat aber weniger mit der Wirtschaftsflaute als mit der grundsätzlichen Mentalität zu tun. Denn den Trend, dass die Rechnungen in den westlichen Bundesländern deutlich schneller bezahlt werden, gibt es schon ewig. Vorarlberg ist mit einer gesamten Zahlungsdauer von 30 Tagen wieder einmal Spitzenreiter.

Dass Bund, Länder und Gemeinden länger zum Bezahlen ihrer Rechnungen brauchen als Firmen oder Privatpersonen, hat Tradition. Daran hat erwartungsgemäß auch die Umsetzung der EU-Vorgabe – maximal 30 Tage Zahlungsfrist und höhere Verzugszinsen – in NÖ kaum etwas geändert. Warum? Die öffentliche Hand vergibt oft große Aufträge. Betriebe möchten es sich nicht verscherzen und verzichten lieber, vergleichsweise geringe Mahnspesen einzufordern. Sie warten lieber auf ihr Geld. Dieser Macht ist sich die öffentliche Hand bewusst. Noch dazu, wo sie selbst knapp bei Kasse ist.