Erstellt am 12. Februar 2019, 01:46

von Bernhard Schiesser

Zu spät gewehrt?. Bernhard Schiesser über die St. Pöltner Transfersperre.

Wir wollen an das Gute im Menschen glauben und daran, dass die Verantwortlichen des SKN St. Pölten in der Causa Transfersperre die Wahrheit sprechen. Wir hätten gerne die Sichtweise der FIFA zu diesem Thema erfahren. Die Herren aus der Schweiz waren aber wenig auskunftsfreudig und gaben lediglich preis, dass der Fall mittlerweile beim internationalen Sportgerichtshof CAS anhängig sei.

Die FIFA lässt sich offenbar überhaupt sehr ungern von außen stören. In der leidigen Causa durften die St. Pöltner gerade einmal schriftlich ihre Sichtweise zu den recht spektakulären Vorwürfen von Ex-SKN-Kicker Alhassane Keita deponieren – Anstiftung zur Unterschriftsfälschung. Danach gab’s das Urteil: Transfersperre.

Die FIFA habe kurzen Prozess gemacht, merkt St. Pöltens Rechtsbeistand Anton Hintermeier lapidar an. Wenn sich Anwälte derart salopp äußern, dann schrillen die Alarmglocken. So etwas ist Juristen normalerweise nur unter Androhung von Folter zu entlocken.

Bleibt die Frage, was der SKN hätte besser machen können? Nun, den Vorwurf, den sich die St. Pöltner schon gefallen lassen müssen, ist, die Sache lange Zeit unterschätzt zu haben. Die konkrete Sanktion der Transfersperre stand nicht erst seit zwei Wochen, sondern bereits wesentlich länger im Raum. Zivilrechtlich Strafanzeige gegen Keita wegen Verleumdung erstatteten die SKN-Verantwortlichen aber erst nach dem FIFA-Urteil. Womöglich hätte das Verfahren eine andere Dynamik bekommen, wäre das früher geschehen.