Zu viel Angst vor dem Zwölf-Stunden-Tag. Gerti Süss über die Vorschläge der NÖ Arbeiterkammer, um Industrie-Jobs zu sichern.

Von Gerti Süss. Erstellt am 09. Dezember 2014 (04:03)

Seit 2008 ist die Anzahl der Arbeitsplätze in der niederösterreichischen Industrie um 5,4 Prozent gesunken. Zu Recht schlug jetzt die NÖ Arbeiterkammer Alarm und lieferte Vorschläge zur Sicherung der Industrie-Jobs. So sollten etwa Forschung und Entwicklung und damit Innovationen forciert werden. Weitere Vorschläge sind eine niedrigere Besteuerung des Faktors Arbeit oder eine besser abgestimmte Förderpolitik.

Das sind vernünftige Ansätze, aber dann folgt der Rückschlag: Der Forderung nach einer flexibleren Arbeitszeitgestaltung erteilt die Arbeiterkammer eine klare Abfuhr.

Dabei wäre das genau das, was die produzierenden Unternehmen bräuchten, wenn sie international wettbewerbsfähig sein wollen. Immer wieder erklären Industrie-Bosse aus NÖ in Interviews, wie wichtig flexiblere Arbeitszeiten wären, um schwankende Auftragslagen besser abfedern zu können.

Zudem gibt es auch Menschen, die gerne länger arbeiten würden, wenn sie dadurch mehr Freizeit an anderen Tagen hätten. Aber insgesamt überwiegen die alten Denkmuster – und genau die machen die Betriebe unflexibel und sorgen für Wettbewerbsnachteile.