Erstellt am 10. August 2015, 09:08

von Thomas Jorda

Zur Nachahmung dringend empfohlen. Thomas Jorda über die Opernfestspiele von Gars am Kamp, die am Sonntag – zur letzten Vorstellung – siebzig Flüchtlinge eingeladen haben.

Das leidige Thema Asylanten. Bitte nicht schon wieder! Werden manche klagen. Können wir nicht einfach über Kunst reden? Tun wir doch. Zum Beispiel reden wir über Giuseppe Verdis Meisterwerk „Don Carlo“, das bis zum Sonntag in der Burgruine Gars am Kamp aufgeführt wurde. Und das sich trotzdem mit Asylanten beschäftigt hat.

Zur letzten Aufführung dieser Saison, also am Sonntagabend, waren 70 Flüchtlinge zu Gast, die in Klosterneuburg und Gars am Kamp leben. Die Initiative dazu kam vom Chor der Garser Opernfestspiele, der gemeinsam mit dem Verein „Klosterneuburg hilft“ einen Autobus gemietet und die Flüchtlinge zur Vorstellung eingeladen hat.

Eine bessere Oper als dieses Drama um Freiheit und Toleranz, Menschenrechte und Mitmenschlichkeit lässt sich wohl nicht denken. Und um allfällige Verständnisschwierigkeiten aus dem Weg zu räumen, die bei Menschen aus anderen Kulturkreisen vorausgesetzt werden dürfen, haben Chormitglieder auf Englisch und Farsi (Persisch) eine entsprechende Werkeinführung geboten.

Ein beeindruckendes Projekt. Zur Nachahmung dringend empfohlen!