10.000 Deutsche an Österreichs Unis erwartet. Trotz des massiven Ausbaus des Hochschulangebots in Deutschland werden für das kommende Studienjahr 50.000 Plätze fehlen, sagt Christian Berthold vom deutschen Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) gegenüber der APA. Vor allem aus Bayern sei eine Abwanderung deutscher Studierwilliger nach Österreich zu erwarten. "Aus der Hüfte geschossen würde ich mit 10.000 zusätzlichen Studenten rechnen."

Erstellt am 26. Juli 2011 (12:50)

Trotz des massiven Ausbaus des Hochschulangebots in Deutschland werden für das kommende Studienjahr 50.000 Plätze fehlen, sagt Christian Berthold vom deutschen Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) gegenüber der APA. Vor allem aus Bayern sei eine Abwanderung deutscher Studierwilliger nach Österreich zu erwarten. "Aus der Hüfte geschossen würde ich mit 10.000 zusätzlichen Studenten rechnen."

Im Studienjahr 2010/11 gab es in Österreich noch knapp 6.700 Erstzugelassene aus Deutschland an den Unis (13 Prozent) und rund 1.100 an den Fachhochschulen (FH; sieben Prozent). Der Gesamtanteil Deutscher an den Unis liegt bei knapp neun und an den FH bei knapp sieben Prozent, allerdings ist die Verteilung regional sehr unterschiedlich. An der Uni Salzburg kam etwa 2010 jeder fünfte Student aus der Bundesrepublik.

Auch 2012, wenn in Baden-Württemberg durch die Verkürzung des Gymnasiums die doppelten Abi-Jahrgänge abschließen, "wird das nochmals auf Österreich drücken", so die Prognose von Berthold. Er hat gerade eine Analyse zum Hochschulpakt verfasst, in dem Deutschland den Ausbau der Studienplätze fixiert hat. Zwischen 2011 bis 2015 wird mit 45.000 bis 54.000 zusätzlichen Studenten gerechnet, Bund und Länder stellen dafür jeweils 4,7 Milliarden Euro zur Verfügung.

Dass die zusätzlichen Plätze vorerst dennoch nicht reichen werden, liegt laut Berthold nicht nur an den doppelten Abi-Jahrgängen und der Aussetzung der Wehrpflicht. Es gebe unter den letzten geburtenstarken Jahrgängen die derzeit die Schule besuchen, auch so viele Gymnasiasten wie nie.

An Österreich appelliert Berthold, die Studenten aus Deutschland als Chance zu begreifen. Immerhin seien beide Länder von einem massiven Fachkräftemangel bedroht. "Das ist die letzte einfache Gelegenheit, Fachkräfte zu qualifizieren", meint er.