Europäisches Netzwerk. Ausstellung im Haus der Europäischen Kommission wurde für Kontaktpflege in Brüssel genutzt. Gespräche mit drei EU-Kommissaren.

Von Martin Gebhart. Erstellt am 20. Oktober 2014 (03:56)
Ein Landeshauptmann und drei EU-Kommissare: Erwin Pröll im Gespräch mit Johannes Hahn, Martine Reicherts (Luxemburg) und Günther H. Öttinger (Deutschland) im Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel.
NOEN, ERNST REINBERGER

Karl Schramek, Österreichs Botschafter in Brüssel, zeigte sich überrascht. Dass bei der Ausstellungseröffnung des NÖ Verbindungsbüros im Gebäude der EU-Kommission mit Johannes Hahn der heimische Kommissar anwesend sein würde, hatte er erwartet.

Dass mit der Luxemburgerin Martine Reicherts eine weitere Kommissarin gekommen war, entlockte ihm schon das Wort „Seltenheitswert“. Dabei hatte es vor der Eröffnung noch ein Gespräch mit Landeshauptmann Erwin Pröll gegeben, wo mit Günther Öttinger sogar ein dritter Kommissar anwesend gewesen war.

"Niederösterreich ist europäisches Kernland"

Das machte deutlich, welchen Stellenwert NÖ mittlerweile in Brüssel genießt. Oder wie es Kommissar Hahn bei der Eröffnung der Ausstellung formulierte: „Niederösterreich ist nicht nur ein österreichisches Kernland, es ist ein europäisches Kernland.“

Entscheidend geprägt hatte dieses Bild sicherlich die Initiative von Landeshauptmann Erwin Pröll, die europäischen Regionen hinter sich zu versammeln, um für den Fortbestand der regionalen Förderkulisse zu kämpfen. Pröll brachte deswegen zum Jubiläum des Verbindungsbüros Kommissar Hahn als Geschenk jenes Bild gerahmt mit, das dokumentiert, wie er EU-Kommissionspräsident Barroso die Resolution der Regionen überreichte.

"Europa und Kultur sind politisches Bekenntnis“

Pröll selbst, der sich in Brüssel auch mit dem Präsidenten des Ausschusses der Regionen, Michel Lebrun, und dem Ministerpräsidenten der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Oliver Paasch, traf, beurteilte das europäische Engagement in seiner Rede zur Ausstellungseröffnung so: „Europa und Kultur sind bei uns ein politisches Bekenntnis.“

Das Verbindungsbüro bezeichnete er als „Info-Drehscheibe erster Klasse“ und als „Seismograph für europäische Entwicklungen“. Die NÖ Ausstellung im Haus der Kommission setzt sich mit der zeitgenössischen Architektur als Spiegelbild der Entwicklung einer Region auseinander. Dabei werden mit besonderen Bildaufnahmen die großen architektonischen Projekte der vergangenen 20 Jahre in NÖ dokumentiert.


Das NÖ Verbindungsbüro

Das NÖ Verbindungsbüro in Brüssel wurde 1994 als Außenstelle des Amtes der NÖ Landesregierung beschlossen und im selben Jahr von Landeshauptmann Erwin Pröll eröffnet.

Das Büro ist für alle EU-Angelegenheiten mit Relevanz für NÖ zuständig. Damit gibt es schnellste, direkte, kompetente Informationen aus Brüssel nach NÖ. Ebenso werden über das Büro die Interessen von NÖ in Brüssel vertreten.

Geleitet wird das Büro von Ilse Penders-Stadlmann. Insgesamt sind dort vier Mitarbeiter.